2017-07-18

Warum fressen Hunde Gras?

WARUM FRESSEN HUNDE EIGENTLICH GRAS?

In der Tierernährungsberatungspraxis werde ich oft mit einem sehr pflanzlichen Thema konfrontiert - dem Gras fressen.

Gerade im Frühling und Sommer, wenn Gräser im vollen Saft stehen, sieht man überall Hunde, die sich nach Herzenslust an dem grünen Halmen laben.

Aber warum ist das so? Was steckt hinter der sogenannten Grasen?

Wir haben einige Anworten nachfolgend zusammengefasst:

Bei so manchem Hundehalter klingeln die Alarmglocken, wenn sich sein vierbeiniger Liebling dem munteren Outdoor-Geschmatze hingibt. Verständlich, denn bislang galt Gras fressen als klares Zeichen dafür, dass mit dem Hund etwas nicht stimmt oder sogar eine Krankheit dahintersteckt. Und ja, auch das gibt es. Aber zunächst wollen wir uns oft naheliegenderen Gründen widmen.

Denn viele wissen nicht, dass Grasen bei Hunden durchaus üblich ist. Es zählt zu den natürlichen Verhaltensmustern unserer Fellnasen. Auch beim Urahn unseres Haushundes - dem Wolf - waren Gräser Teil des Speiseplans.

Insbesondere, wenn das leuchtende Grün in vollem Saft ist. Denn dann schmeckt es unseren Lieblingen gleich nochmals so gut und obendrein ist dieses auch noch besonders aromatisch.
Unwiderstehlich ist der süße Geschmack und das regt den Hund ähnlich einem Widerkäuer nach Herzenslust zum Schmatzen an. Sind Hunde gestresst oder aufgewühlt und ihr Blutzuckerspiegel fällt dadurch ab, können die im Gras enthaltenen zuckerähnlichen Stoffe diesen schnell aufbauen und so die Konzentration des Hundes - zum Beispiel im Training - wieder steigen lassen. Obendrein entspannt das Kauen an den Halmen, was wiederum Endorphine freisetzt. Das erklärt mitunter auch den verklärten Hundeblick beim Schmatzen.

Es gibt aber auch Hunde, die Gras fressen, weil sie es einfach einmal ausprobieren wollen (z.B. bei Welpen als Spiel) oder weil ihnen schlichtweg langweilig ist.

Warum Fressen Hunde eigentlich Gras?

Andererseits dient die Aufnahme der Pflanzen aber auch zur Reinigung des Verdauungstrakts. Zum Beispiel, wenn etwas Unverdauliches oder Schädliches abgeschluckt wurde, hilft das scharfkantige Gras dabei, dieses durch quasi provoziertes Erbrechen wieder aus dem Hundekörper hinauszubefördern.

Gras wird vom Hund aber auch gefressen, wenn dieser Verdauungsstörungen hat. Es enthält wertvolle Ballaststoffe, die die Verdauung anregen. Der Hund kann sich so bei Blähungen oder Übelkeit etwas Erleichterung verschaffen.

Die häufige Annahme, dass Hunde fressen Gras, um einen eventuellen Nährstoffmangel auszugleichen, konnte bis heute durch keine Studie belegt werden.

Nichtsdestotrotz sei gesagt: Frisst der Vierbeiner unentwegt Gras über einen längeren Zeitraum und steht dies in Zusammenhang mit laufenden Verdauungsproblemen, sollte man dem unbedingt nachgehen und einen Tierarzt konsultieren. Es empfiehlt sich auch, die Ernährung seines Lieblings genauer unter die Lupe nehmen, da es sei kann, dass diese unzureichend in der Zusammensetzung und/oder der Qualität ist.

Wenn Ihr Hund also zur Spezies "Grasgourmet" gehört, lassen sie ihn das Weiden ruhig genießen!
Achten Sie jedoch darauf, dass der Hund nur unbehandeltes Gras frisst, das frei von Pestiziden, Herbiziden und chemischen Stoffen ist. Gräser, die auf Strassenrändern, Feldhainen und Co wachsen, sollte der Hund besser nicht fressen. Sie enthalten zumeist Schadstoffe oder Düngemittel, die für den Hund gefährlich werden können.
Lassen Sie ihn lieber durchs Gras einer naturbelassenen Wiese streifen und sich dort seinen grünen, saftigen Snack holen!


2017-03-12

Kurkuma

KURKUMA - SCHMACKHAFTES GOLD AUS INDIEN


Kurkuma, die Wurzel aus Südostasien, ist derzeit in aller Munde. Während der Trend zu Heilkräutern und -pflanzen gerade eine Renaissance erlebt und Superfoods aus aller Welt die Regale überschwemmen, hat der indische Safranersatz auch bei einigen Wissenschaftlern Interesse geweckt.

Über 8000 Studien und Arbeiten ranken sich nun schon um die gelbe Wurzel und bestätigen ihre erstaunliche Wirkung. Kurkuma enthält Curcumin, ein wirksamer Bestandteil, der stark antioxidativ, entzündungshemmend, entgiftend und immunstärkend wirkt. Die enthaltenen ätherische Öle wirken zudem antimikrobiell und wird als Krebsprophylaxe eingesetzt.

NEUES EINFACH WIEDERENTDECKT

Die Curcuma Longa, oder auch Gelbwurz genannt, findet ihren Ursprung eigentlich schon seit Jahrtausenden in der ayurvedischen Heilkunst. Sie wird dort wegen der verdauungsfördernden Wirkung eingesetzt. Sie regt den Gallenfluss an und bringt Erleichterung in der Verdauung von schweren, fetten Gerichten. Aber auch bei verschiedensten Entzündungsschemata, bei Atemwegserkrankungen und zur Wundheilung findet der gelbe Powerstoff seine Anwendung.

Einsatzgebiete bei unseren Vierbeinern im Überblick:

+ Wichtiger Antioxidans - Schutz vor freien Radikalen
+ Verdauungssystem
+ Für Augen und Haut
+ Stärkung des Herz-Kreislaufsystems
+ Immunsystem stärkend
+ Normalisierung des Cholesterinspiegel und Blutzuckers
+ Bei oxidativem Stress und Nervosität
+ Bewegungsapparat und Gelenke
+ Unterstützung der Leberfunktionen und Leberentgiftung

Kurkuma ist von seinen Eigenschaften her bitter und scharf, leicht und trocken sowie erwärmend. Die Wurzel wirkt ausgleichend auf alle drei Dosha und stärkt das sogenannte Agni (das Verdauungsfeuer).

Besonders berühmt ist die goldene Paste. Sie ist ein jahrhundertealtes Rezept aus der Ayurvedatherapie.
Damit Kurkuma vom Körper auch richtig aufgenommen werden kann, wird das gelbe Pulver mit Öl, Wasser und schwarzem Pfeffer zu einer dicken Paste vermengt.
Die Paste kann kurweise eingesetzt werden, als Unterstützung bei Erkrankungen oder als Prophylaxe für das Wohlbefinden bei Mensch und Tier.
Der Vorteil: man kann sie schnell und einfach selbst herstellen und auch die Qualität der verwendeten Rohstoffe selbst bestimmen. Wir empfehlen Produkte in Bio-Qualität für die Herstellung der Paste.

Kurkuma Pulver

DIE GOLDENE PASTE

Rezept:
125 ml Bio-Kurkuma gemahlen
200-500 ml Tassen Wasser (250 bis 500 ml)
2 – 3 Teelöffel frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1/4 Tasse Bio-Kokosöl

Zubereitung:
Das Kokosöl bei niedriger Temperatur in einem Topf langsam schmelzen lassen. Kurkuma hinzugeben und kurz im Öl anrösten lassen. So entfalten sich die Wirkstoffe des Gewürzes am besten. Den schwarzen Pfeffer und nach und nach Wasser hinzufügen und für ca. 7-10 min sehr gut verrühren, bis eine cremige, dicke Paste entsteht (Achtung nicht kochen!). In ein sauberes Aufbewahrungsglas einfüllen und auskühlen lassen. Danach mit einem Deckel verschließen und im Kühlschrank lagern.Die Paste hält ca. 10-12 Tage.

WIE FÜTTERE ICH DIE GOLDENE PASTE?

Als Kur wird folgende Menge pro Tag einschleichend empfohlen:
Kleine Hunde ¼ TL
Mittelgroße Hunde ½ TL
Große Hunde 1 TL

Auch wenn Kurkuma als Nahrungsergänzung und nicht als Arzneimittel im Handel verfügbar sind, sollten man seine medizinische Wirkung nicht unterschätzen.

Bitte beachten Sie, dass Kurkuma kein Ersatz für einen Tierarztbesuch darstellt. Bei chronisch-kranken Tieren sollten Sie die Gabe vorher mit einem fachkundigen Tierarzt absprechen. ACHTUNG! Trächtige und laktierende Hündinnen sollten kein Kurkuma bekommen.

2017-01-20

Krillöl

ALLES KRILL, ODER WAS?

... und warum Krill zu den Super-Antioxidantien zählt

Nahrungsergänzungen für Hunde sind gefragter denn je. Von Superfoods bis hin zu speziellen Ölmischungen - es gibt mittlerweile unüberschaubar Vieles am Markt, das unbedingt seinen Weg in unseren Hundenapf finden sollte.
Einer besonderen Quelle aus dem arktischen Meer wird jedoch seit Kurzem wieder große Aufmerksamkeit geschenkt: Krill.

Wir haben uns diese Wunderwaffe der Natur mal genauer angesehen.

NATURPOWER AUS DER ANTARKTIS

Krill, das ist geballte Lebenskraft aus den reinen Gewässern der Antarktis, wo die kleine Krebsart mit dem lateinischen Namen Euphausia superba in großen Schwärmen lebt.
Der Begriff Krill stammt aus dem Norwegischen und bedeutet so viel wie „Walfutter“– was die Kleinkrebse tatsächlich vorrangig sind. Krillschwärme bilden im Meer eine gigantische Biomasse, die weit über hundert Millionen Tonnen wiegt. Das so unvergleichliche Öl des Krills steht ebenso für Kraft wie für Reinheit, denn die kleinen Krebse ernähren sich von Phytoplankton, also rein pflanzlich. Phytoplankton ist ein Powerpaket an wertvollen Nährstoffen – denn es enthält Mineralstoffe, Spurenelemente, Kohlenhydrate, ungesättigte Fettsäuren, Vitamine, Ballaststoffe, die der Krill mit der Nahrung in sich aufnimmt.
Ein weiteres Plus: Da der Krill ganz am Anfang der Nahrungskette steht, ist er weder mit Schadstoffen noch mit Schwermetallen belastet.

OXIDATIVER STRESS & SEINE AUSWIRKUNGEN

Oxidativer Stress ist der Zustand, bei dem die im Hundekörper anfallenden Freien Radikale nicht mehr ausreichend durch Antioxidantien abgefangen werden können. Die Folge können unter anderem Entzündungsprozesse, aber auch Auslöser für unterschiedlichste Erkrankungen sein.

Neue Studien zeigen sogar, dass vor allem Entzündungen die Hauptursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arthritis, Krebs, Allergien, Diabetes, Rheuma, erhöhte Blutfette und Nervenerkrankungen sind, den Alterungsprozess deutlich beschleunigen und das allgemeine Wohlbefinden des Tieres entscheidend beeinträchtigen können.

Antioxidans

 
OMEGA 3 UND ASTAXANTHIN - MIT DER KRAFT DER NATUR

Das flüssige Gold, wie Krill gerne genannt wird, ist eine sehr hochwertige Alternative zu herkömmlichen Fischöl, liefert dem Hundekörper nicht nur lebenswichtige Omega-3 Fettsäuren in besonders leicht verwertbarer Form, sondern auch Phospholipide, die im Krillöl an die Omega-3-Fettsäuren gebunden sind. So gelangen sie ungehindert und direkt in die Zellmembrane und können vom menschlichen Organismus optimal aufgenommen und verwertet werden. Ganz besonders herausragend gilt allerdings das Super-Antioxidans genannt Astaxanthin, das aktiv oxidativem Stress entgegenwirkt und den Hundeorganismus effektiv vor Degeneration und Alterung schützen kann.

Die in Krill enthaltenen essenziellen und besser verwertbaren Omega 3 Fettsäuren schließen Versorgungslücken beim Hund. Zudem ist das Verhältnis von Omega 3 zu Omega 6 Fettsäuren ein besonders günstiges.
Es unterstützt die Herzgesundheit und reduziert Entzündungen sowie damit verbundene Schmerzen - auch bei arthrotischen Erkrankungen, Arthritis und bei Steifigkeit der Gelenke.

Durch den hohen Gehalt an Astaxanthin aus der Alge, von denen sich der Krill ernährt, gilt das aus Krill gewonnene Öl auch als rotes Naturwunder, da der sekundäre Pflanzenstoff Astaxanthin Krill und anderen Schalentieren nicht nur ihre leuchtende rote Farbe verleiht, sondern vor allem ein stark wirkendes Antioxidans mit hoher Bioverfügbarkeit und ein äußerst kraftvoller Radikalfänger ist.
Astaxanthin besitzt zudem die seltene Fähigkeit, die Blut-Hirn-Schranke überwinden zu können. Es ist deshalb in der Lage, das zentrale Nervensystem, Immunsystem, Augen und Gehirn positiv zu beeinflussen.
Obendrein ermöglicht die einzigartige Struktur von Astaxanthin eine lange Aktivität im Körper.

ÜBRIGENS...

Bei der Herstellung von Krill Öl wird pro Jahr nur ein geringer Teil des gesamten Krill-Bestandes gefangen und ist auf 0,03% der Gesamtmasse jährlich beschränkt. Durch die schnelle Vermehrung der Krill, läuft man so nicht Gefahr diese Tierart zu überfischen. Regelmässige Kontrollen durch den WWF und andere Institutionen werden durchgeführt.










2016-12-17

Im Gespräch

IM GESPRÄCH MIT

Psychologin, Autorin und ganzheitliche Hundetrainerin
Mag. Alexandra Wischall-Wagner

Alle Jahre wieder... jeder kennt den typischen Trubel vor und zu den Feiertagen! Weihnachtsgeschenke müssen gekauft, der eine oder andere Weihnachtsmarkt sollte abgeklappert, Weihnachtskekse ins Rohr verfrachtet und der Heilige Abend geplant werden. Nicht zu vergessen: Familie und Freunde kommen zu Besuch! Der alljährliche Stress hinterlässt aber nicht nur bei uns seine Spuren, sondern auch bei unseren Haustieren.

Wir haben Hunde-Expertin Mag. Alexandra Wischall-Wagner von Freud & Hund zu diesem aktuellen Thema zum Gespräch gebeten.

Mr. & Mrs. Dog: Wie kann man der Reizüberflutung beim Hund zu den Festtagen positiv entgegenwirken?

Alexandra Wischall-Wagner: Bereits vorbeugend für Ruhe und Entspannung sorgen. Ihre Lieblinge können gerne zu Hause bleiben während Sie die letzten Einkäufe im Weihnachtstrubel erledigen oder mit Freunden einen Punschstand besuchen. Entschleunigen Sie gemeinsam zu Hause bei guter Musik und lecker Keksen. Ihr Hund wird es lieben.

Mr. & Mrs. Dog: Viele Junghunde begehen heuer ihr erstes tierisches Weihnachtsfest. Gibt es Ratschläge für ein sorgloses Weihnachtsfest, die Sie vor allem Ersthundebesitzer mitgeben möchten?

Alexandra Wischall-Wagner: Stets daran denken – (besonders dunkle) Schokolade und auch Birkenzucker sind für Hunde hoch giftig und bereits in geringen Mengen tödlich. Denken Sie bei der Wahl des Christbaumschmuckes bitte an Ihren vierbeinigen Freund und lassen Sie ihn nicht mit Weihnachtsdekoration alleine. Umstürzende Bäume, Haken, mit denen der Schmuck angebracht wird, brennende Kerzen und unbekömmliche Knabbereien können schnell lebensbedrohlich werden. Schokodekoration (wenn überhaupt) nur an hohen Stellen anbringen! Achten Sie darauf, dass Ihr Hund sich keinen brennenden Kerzen nähert und lassen Sie nichts am Boden liegen, was Ihr kleiner Weihnachtstiger verschlucken kann. Am besten machen Sie ihn bereits vor dem großen Fest mit dem Baum und den Päckchen vertraut, sodass bei der Bescherung nicht bereits alle Geschenke ausgepackt wurden.

Mr. & Mrs. Dog: Wie verbringt eigentlich eine Hundeverhaltenstrainerin die Feiertage mit ihren Fellnasen?

Alexandra Wischall-Wagner: Wie jedes Jahr feiern wir im engsten Familienkreis – unsere drei Hunde sind selbstverständlich mit dabei. Auch sie bekommen kleine Geschenke, die sie auch selbst auspacken dürfen. Während wir Menschen uns dann über leckeres Raclette her machen, verspeisen die Hunde genüsslich eine Weihnachtstorte von Mr. & Mrs. Dog ;-)

Im Gespräch

Mr. & Mrs. Dog: Bei vielen Kindern ist der Wunsch, zu Weihnachten einen Hund geschenkt zu bekommen, sehr groß. Doch auch wenn süße Hundewelpen Kinderherzen im Sturm erobern, sollten Eltern verantwortungsvoll handeln. Was raten Sie Eltern, wenn ein derartiger Wunsch auf der Weihnachtsliste steht?

Alexandra Wischall-Wagner: Den Kleinen schon unterm Jahr liebevoll erklären, dass Tiere Lebewesen und keine Weihnachtsgeschenke sind. Häufig unterschätzen Eltern die Bedürfnisse eines Hundes und sind dann überrascht, wenn es zu Schwierigkeiten kommt. Bitte informieren Sie sich als Eltern vorab bei einem Hundeverhaltenstrainer, was ein Hundekind wirklich braucht. Sollte der Wunsch einen Hund zu adoptieren auch unterm Jahr und über längere Zeit hinweg bestehen bleiben, kann über den Familienzuwachs genauer nachgedacht werden. Oftmals ist hier die Adoption eines älteren Hundes in Erwägung zu ziehen. Ein Hundekind braucht viel Zuwendung, eine verlässliche (erwachsene) Bezugsperson und eine stabile Umgebung, wenn es langsam (aber sicher) in die Pubertät kommt. Respektieren Sie bitte den Wunsch Ihres Kindes nach einem tierischen Freund, informieren Sie sich aber auch ausreichend bei ausgebildeten Trainern. Als Weihnachtsgeschenk ist ein plüschiges Stofftier sicher besser geeignet.

Mr. & Mrs. Dog: Strittiges Thema: Weihnachtsgeschenke für den Hund - welche Geschenke sind für Hunde sinnvoll? Bekommen Ihre Vierbeiner auch Geschenke?

Alexandra Wischall-Wagner: Wir beschenken unsere Hunde sehr gerne. Im Winter freuen sich kurzhaarige, ältere oder gehandicapte Tiere über warme Pullover oder Jacken, kuschelige Liegedecken oder flauschige Spielzeuge. Mit leckeren Knabbereien kann man ebenso große Freude bereiten. Achten Sie hier  auf die Qualität der Inhaltsstoffe und füttern Sie nicht zu viel auf einmal!

Mr. & Mrs. Dog: Sie sind Autorin des Buches "Gesund mit Hund" - haben Sie Tipps für unsere Leser, um einen eventuellen Feiertagsspeck im Mensch-Tier-Team schnell wieder los zu werden? 

Alexandra Wischall-Wagner: Bleiben Sie möglichst in Bewegung. Es kann ruhig einmal über die Stränge geschlemmt werden. Wirklich dick werden wir nicht zwischen Weihnachten und Silvester, sondern zwischen Silvester und Weihnachten. Planen Sie am besten ausgiebige Spaziergänge ein, bereiten Sie sich selbst und Ihrem Hund Freude mit der Ausführung eines Hobbies wie zB Dummytraining oder einer tollen Fährte. Essen und feiern Sie ohne schlechtes Gewissen – und sorgen Sie danach wieder für mehr Balance und Bewegung.

Wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen ein tierisch frohes Weihnachtsfest!

2016-10-10

Futterverweigerer

NEIN, MEIN FUTTER FRESS ICH NICHT!

Über Futterverweigerer und ganz besonders tierische Gourmets

Wer denkt, dass es nur unter uns Menschen ganz besonders mäkelige gibt, irrt. Auch bei Hunden kommt es vor, dass das Futter plötzlich verweigert wird oder Suppenkaspar ähnliche Verhaltensweisen gezeigt werden.

Was viele aber nicht wissen ist, dass es meistens einen oder sogar mehrere Gründe hat, warum Hunde nicht mehr fressen wollen.

Zu allererst muss hier abgeklärt werden, ob ein gesundheitliches Problem vorliegt. Ein Besuch beim Tierarzt bringt hier rasch Aufschluss (z.B. Verletzung im Maul, Zahnschmerzen, Verdauung, etc.).

Liegt kein medizinischer Grund vor, gibt es eine Reihe an weiteren Ursachen, warum das Futter abgelehnt wird.
Wir haben einen Überblick zusammengestellt und zeigen Wege aus der futtertechnischen Misere:

➜ Der Hund ist einfach satt.
Wir Menschen neigen dazu, gerne zu füttern. Das ist auch gut so!
Wenn man seinen Hund zu oft und zuviel belohnt (Stichwort: Leckerlis!), stellt sich irgendwann ein natürliches Sättigkeitsgefühl ein und der Hund rümpft über seinem Napf dann die Nase. Warum? Weil Leckerlis einfach toller sind!
Leckerlis sollten jedoch nie eine tägliche Mahlzeit für den Hund ersetzen. Als Richtwert für Leckerlis gilt max. 10% der täglichen Futtermenge.

➜ Zuviel des Guten
Sooft wie möglich das Futter bzw. die Futtersorten zu wechseln, ist eine menschliche Angewohnheit. Denn Mensch denkt, dass Hund beim Futter ebenso viel Abwechslung wie Herrchen und Frauchen braucht. Fakt ist jedoch, dass Hunde grundsätzlich keine Abwechslung beim Futter benötigen. Der sensible Magen-Darm-Trakt kann bei raschem Futterwechsel mit Stress und damit verbundenen Verdauungsproblemen oder wird das Spiel zu weit getrieben, sogar mit Mäkelei reagieren (Warum? Dazu weiter unten!). Es empfiehlt sich, eine sinnvolle und vor allem langsame Abwechslung anzubieten. Sprechen Sie diesbezüglich mit Ihrem Tierernährungsberater über die Erweiterung des Menüplans Ihres Lieblings.

➜ Hormonelle Schwankungen
Ob Läufigkeit oder Scheinträchtigkeit - hormonelle Schwankungen können sich auch auf das Fressverhalten des Hundes auswirken. Sowohl bei Hündinnen wie auch bei Rüden kann diese Phase eine Änderung beim Fressen bewirken. Diese Fressunlust sollte aber nur vorrübergehend sein und normalisiert sich nach einiger Zeit wieder.

➜ Klimatische Veränderungen
Wenn es draußen heiß ist, ist es ganz normal wie auch bei uns Menschen, dass wir weniger essen oder unsere Mahlzeit auf den kühlen Abend verlagern. Das kann auch bei Hunden zutreffen. Gerne wird hier eine Mahlzeit mal ausgelassen, weil dem Hund einfach zu warm ist.

➜ Veränderungen im sozialen Umfeld
Hunde reagieren schnell auf Änderungen im sozialen Umfeld und sind entsprechend ihrer hohen Bindung oft Spiegelbild von uns Menschen. Sind wir sehr gestresst oder besonders emotional (Tod eines Menschen, Umzug, Trennung,...), kann sich das auch auf unseren Hund übertragen. Die Folge: Der Hund erklärt sich solidarisch und fühlt mit. Der tierische Appetit bleibt aus.

➜ Änderung in der Futterzusammensetzung/Futtermethodik
Ein Hund merkt sofort, wenn sich etwas bei seinem Futter geändert hat. Ob es nun die Futtermethodik ist (Umstellung z.B. Trockenfutter auf Barf) oder ob sich direkt etwas in der Futterrezeptur geändert hat - es kann passieren, dass es dem Hund einfach nicht mehr schmeckt oder er mit dem neuen Futter nichts anzufangen weiss.
Auch bei Fertigfutter kann es sein, dass der Hersteller unangekündigt Rezepturen verändert oder die Qualität angepasst wird. Sensible Hunde merken das sofort, und können mit Verweigerung auf das Futter von einem Tag auf den anderen reagieren.

➜ Material des Futternapfs & Napfhygiene
Was viele Hundebesitzer nicht wissen: Hunde reagieren auch auf das Material des Futternapfes. Hat dieses einen seltsamen Eigengeruch (billige Plastiknäpfe, undefinierte Metallschüsseln,...) oder verändert sich durch das Futternapf-Material sogar der Geschmack des Futters, kann dieses vom Hund abgelehnt werden. Materialien ohne sogenannten "Eigengeschmack" sind zum Beispiel hochwertige Futternäpfe aus Keramik, Porzellan oder Glas.
Auch die Napfhygiene spielt bei Futterverweigerern eine große Rolle. Futterreste, Wasser, aber auch der Speichel des Hundes hinterlassen Spuren am/im Napf, die schnell unhygienisch werden können. Es bilden sich im Nu Bakterien, die den Napf verunreinigen. Wird nicht auf eine ausreichende Napfhygiene geachtet, kann der Hund schon mal weiteres Futter im Napf ablehnen. Es empfiehlt sich daher, Näpfe zweimal täglich gründlich sauber zu machen.

➜ Anerzogene Mäkelei
Oft ist Fressunlust aber auch anerzogen. Wir Menschen neigen dazu, äusserst sensibel darauf zu reagieren, wenn unser Wauzi das Futter verschmäht. Das Ergebnis: das Futter wird solange angepasst oder ausgetauscht, bis unser vierbeiniger Liebling wieder frisst. Der Hund lernt so schnell zu mäkeln. Denn: es könnte ja immer was Besseres nachkommen! Die Folge: der Hund verschmäht bald jedes noch so liebevoll zubereitetes Essen.

Futterunlust

Was kann man aber tun, um seinem Hund die natürliche Lust am Fressen wieder zu lernen?

Mit diesen einfachen Regeln wird Ihr tierischer Suppenkaspar wieder zu schlemmen beginnen:

✓ Halten Sie feste Fütterungszeiten ein!

✓ Lassen Sie Ihrem Hund Zeit zum Fressen - das Futter soll Genuss sein und kein Stress!

✓ Beobachten Sie Ihren Hund nicht beim Essen! Verlassen Sie notfalls den Raum oder überlassen Sie die Fütterung einem anderen Familienmitgelied.

✓ Frisst Ihr Hund seine Mahlzeit nicht innerhalb von 10 Minuten, nehmen Sie ihm das Futter weg und bieten es (gleiches Futter!) etwas später wieder an. Wenn es nicht klappt, lassen Sie einfach eine Mahlzeit auch.
(Keine Sorge, es ist noch kein Hund vor der vollen Futterschüssel verhungert!)

✓ Ersetzen Sie Futter nicht durch Leckerlis oder Essen vom Tisch!

✓ Vermeiden Sie zu häufigen Futterwechsel!

✓ Überdenken Sie das Material des aktuellen Futternapfs!

✓ Geben Sie die neuen Futterrichtlinien auch allen Familienmitgliedern bekannt!

Eine gute (Fr)esskultur ist somit für den Hund oft schon die halbe Miete und führt meistens rasch zum Erfolg.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Freude beim Ausprobieren!
Sollten Sie Fragen zu der Ernährung Ihres Hundes haben, freuen wir uns auf Ihre Nachricht an blog@mrandmrsdog.at.

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