2015-03-27



Weißt Du wirklich, was in meinem Hundefutter drin ist?


Deklaration Hundefutter - Teil 1


Tagtäglich lächeln uns in der Werbung vor Kraft strotzende Hunde mit dem perfekten Gebiss und einem übernatürlich strahlendem Fell an und vermitteln uns: nur das und kein anderes ist das richtige Futter für unsere Fellnase! Doch halten Futtermittelhersteller auch wirklich ihre Werbeversprechen oder steckt nur heiße Luft dahinter?

Ein Blick auf das jeweilige Etikett gibt Aufschluss darüber, welche Inhaltsstoffe im Hundefutter enthalten sind. Nur was steckt eigentlich hinter den für den Laien oft kryptischen Kennzeichnungen?

Da dieses Thema ziemlich umfangreich ist, geben wir erstmals einen kleinen Überblick zur Futtermitteldeklaration, werden dieses Thema aber immer wieder aufgreifen und vertiefen.

Alleinfutter, Einzelfutter oder Ergänzungsfutter
Beginnen wir bei den Basics: Man unterscheidet bei Hundenahrung grundsätzlich zwischen Alleinfutter, Einzelfutter und Ergänzungsfutter.
Alleinfutter versorgt unseren vierbeinigen Liebling mit allen Nährstoffen, die er täglich braucht. Dieses Futter kann somit als eigenständige, in sich geschlossene Nahrungsform angeboten werden.

Alleinfuttermittel sind in Form von TrockenfutterNassfutter und halbfeuchtem Futter erhältlich. Einzelfutter besteht nur aus einer Komponente zum Beispiel reines Fleisch. Hier ist es notwendig, eine ausgewogene Nahrung durch Hinzufügen eines Ergänzungsfuttermittels herzustellen. Ergänzungsfuttermittel hingegen eignen sich, um zum Beispiel selbst zusammengestellte Rationen mit wichtigen Mikro- und Makronährstoffen anzureichern. Aber Achtung - diese decken keinesfalls als Futtermittel den täglichen Bedarf eines Hundes ab.

Zusammensetzung
Hersteller müssen laut gesetzlicher Futtermittelverordnung (FMV) die einzelnen Bestandteile des Hundefutters deklarieren. Diese findet man unter dem Punkt "Zusammensetzung" angeführt. Sie können hier zum Beispiel sofort erkennen, ob das Protein tierischen oder pflanzlichen Ursprungs ist, welche Getreide-, Gemüse- oder Obstsorten verarbeitet wurden und vieles mehr.
Die Inhaltsstoffe sind wie bei Nahrungsmittel für Menschen in absteigender Reihenfolge aufgelistet. Das heißt: Was an erster Stelle steht, macht auch den größten Anteil im Hundefutter aus. Achten Sie daher besonders auf etwas schwammige Formulierungen wie zum Bespiel Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse. Fleisch heißt nicht immer das für unsere Fellnasen so wertvolle Muskelfleisch, sondern fällt meistens unter die Kategorie: tierische Nebenerzeugnisse. Das sind neben Innereien auch Schnäbel, Krallen, Fell, Knorpeln oder Sehnen. Sprich: Schlachtabfälle mit geringem oder keinem Nährwert.


Um Futtermittel leistbar zu machen, werden Futtermittel auch immer wieder gerne mit Füllmittel angereichert. Getreide und pflanzliche Nebenerzeugnisse stehen oft an erster Stelle am Etikett und geben somit schnell über die Qualität des Futtermittels Aufschluss.
Besonderes Augenmerk sollten Sie auch auf Deklarationen wie zum Beispiel Bäckereierzeugnisse gelegt werden. Dies sind Erzeugnisse aus der Herstellung von Backwaren, z.B. Brot, Kuchen, Kekse und Teigwaren und haben in der Tiernahrung eigentlich nicht wirklich etwas zu suchen.

Analytische Bestandteile
Futtermittelhersteller sind verpflichtet, prozentuale Angaben über Inhaltsstoffe zu machen: das sind Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche und Feuchtigkeitsgehalt. Die sogenannte Weender Futteranalyse soll Ihnen als Verbraucher einen besseren Einblick in die verwendeten Rohmaterialien des Futters verschaffen, bietet aber leider auch einen großen Spielraum. Beispielsweise können im Futter genauso Heu oder Gummi verarbeitet worden sein und man erhält ein Produkt mit entsprechendem Rohproteinanteil.
Je offener also ein Produkt deklariert ist (z.B. 62% Lammfleisch, 12% Herz und Lunge vom Lamm, 6% Sellerie, 0,5% Rapsöl, usw.), umso sicherer können Sie sein, dass dementsprechende Rohmaterialien auch verarbeitet worden sind.

Zusatzstoffe
Zu den Zusatzstoffen zählen Spurenelemente, Aminosäuren, Vitamine aber auch Konservierungs-(sogenannte Antioxidantien) und Farbstoffe, Säureregulatoren, Emulgatoren, Stabilisatoren und Verdickungs- und Geliermittel. Sind also Spurenelemente und Vitamine natürlichen Ursprungs im Futter enthalten, werden diese auch nicht mehr unter Zusatzstoffen angeführt. Das heißt, je mehr Zusatzstoffe dem Futter beigeführt werden müssen, umso synthetischer wird es.

Zusammengefasst kann man sagen, je aufgeschlossener Hersteller Ihre Produkte kennzeichnen, umso sicherer können Sie sich auch auf deren Qualität verlassen.
Es lohnt sich also, bevor Sie sich für ein Futter entscheiden, einen Blick auf die Verpackung zu riskieren und sich nicht von schönen Slogans, Bildern oder auch oft falschen Siegeln wie zum Beispiel "Das beste Hundefutter der Welt" täuschen zu lassen. Besonders bei der Ernährung von verdauungssensiblen Hunden oder Allergikern gehört das Hinterfragen der Inhaltsstoffe zum alltäglichen Pflichtprogramm.

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