2016-01-28

Weil Liebe durch den Magen geht..

Weil Liebe durch den Magen geht...

DIE HÄUFIGSTEN FÜTTERUNGSFEHLER

Hunde sind von uns Menschen abhängig. Denn wir bestimmen tagtäglich, was unsere Fellnasen zu fressen bekommen. Eine gesunde, ausgewogene Hundeernährung trägt einen großen Teil dazu bei, den Hund vor Krankheiten zu schützen und seine Leistungsfähigkeit aufrecht zu erhalten und stärkt obendrein die Mensch-Hund-Beziehung. Dass Liebe auch bei der Fütterung durch den Magen geht und sich idealerweise nicht auf den Magen unserer vierbeinigen Lieblinge schlägt, steht dabei zweifellos im Vordergrund.

Auch wenn viele Hundebesitzer es gut meinen und ihrem Liebling natürlich nur das Beste vom Besten zukommen lassen wollen, kommt es leider immer wieder vor, dass trotz guten Willens Fütterungsfehler passieren, die sich auf lange aber auch kurze Sicht negativ auf das Wohlbefinden unserer Tiere auswirken können.

Wir haben für Sie die häufigsten Fütterungsfehler zusammengefasst und zeigen Ihnen, wie sich diese vermeiden lassen.


ÜBER DEN STÄNDIGEN FUTTERWECHSEL
Es gibt viele Hundebesitzer, die ihrem Liebling das tägliche Futter so abwechslungsreich wie möglich gestalten wollen. Natürlich möchte man seinem Hund damit etwas Gutes tun. Eine Umstellung auf ein neues Futter setzt jedoch das Verdauungssystem des Hundes einem unnötigen Stress aus und belastet so den Organismus. Vor allem, wenn der Wechsel plötzlich erfolgt, können Verdauungsstörungen wie Durchfall, Blähungen und Erbrechen die Folge sein, die mitunter auch dauerhaft auftreten können, wird das Futter derart häufig gewechselt. Dem Hund ständig unterschiedliche Geschmacksrichtungen im Futternapf bieten zu müssen, ist nicht notwendig, sofern der Hund das bisherige Futter gut gefressen und vertragen hat und sein individueller Nährstoffbedarf abgedeckt wird. Auch ein ständiger Wechsel zwischen unterschiedlichen Fütterungsmethoden (Trockenfutter, Nassfutter, Gekochtes, Barf, Prey) ist für unsere Hunde ebenso wenig optimal. Der Überblick über eine ausgewogene Nährstoffversorgung geht dabei schnell verloren und der Energiegehalt der Tagesration kann nur noch schwer eingeschätzt werden. Die Folge sind eine Unterversorgung oder aber eine Überversorgung. Beides wirkt sich à la longue negativ auf den Hund aus.
Eine Futterumstellung sollte niemals abrupt und entsprechend langsam über mehrere Wochen erfolgen, damit die Verdauung des Hundes sich bewusst darauf einstellen kann.


ÜBER DIE DOSIERUNG DER FUTTERMENGE
Ja, wir lieben unsere Hunde und es fällt uns selbstverständlich oft schwer, dem treuen Hundeblick zu widerstehen, wenn der Napf wieder mal schneller leer ist als einem lieb ist. Vor allem bei besonders gefräßigen Rassen wie Labradore und Cocker Spaniel ist so ein Szenario an der Tagesordnung.
Gerade bei der Fütterung von energiereichem Trockenfutter kommt es aufgrund falscher Dosierungen immer wieder zu einer Überfütterung. Der Fehler liegt darin, dass das Tier mehr Energie aufnimmt als es eigentlich verbrauchen kann. Bereits kleine Mengen an Trockenfutter haben die gleiche Energie bzw. genauso viele Kalorien wie größere Mengen an zum Beispiel Nassfutter. Die Folge sind unerwünschte, gesundheitliche Probleme wie Übergewicht und Co. Halten Sie sich an die vom Futtermittelhersteller empfohlenen Richtwerte und passen diese dementsprechend auf die körperliche Aktivität, Alter und Größe des Hundes an.

Liebe geht durch den Magen

ÜBER GUT GEMEINTE NAHRUNGSERGÄNZUNGEN
Futterergänzungen für Hunde liegen im Trend, die Nachfrage dementsprechend hoch. Sogenannte Ergänzungen sollen Nährstoffdefizite entgegenwirken. Grundsätzlich gut, sofern diese Nahrungsergänzungen orthomolekular (hochwertige, hoch verdauliche Mikornährstoffe) sind und der Bedarf im Vorfeld klar indiziert und mit der gewählten Futtermethodik vereinbar ist. Ist es bei Einzelfuttermitteln (z.B. Reinfleischdosen), Selbstgekochten- oder Barf-Rationen Pflicht, Ergänzungen hinzuzufügen, ist von solchen bei der Fütterung eines Alleinfuttermitteln dringend abzuraten, da so das Nährstoffgleichgewicht empfindlich gestört werden kann. Ein Alleinfuttermittel ist ein in sich geschlossenes System, das den Hund mit allen nötigen Nährstoffen versorgt. Die Gabe von Ergänzungen ist daher nicht mehr erforderlich. Achten Sie bei der Wahl Ihres Futtermittels auf die Deklaration und lassen Sie sich in Punkto Gabe von Futterergänzungen von einem Fachmann beraten.

ÜBER GROSSPORTIONEN UND MITTAGSSCHLÄFCHEN
Wie für uns Menschen sollten auch unsere Hunde einen geregelten Tagesablauf haben. So hat der Organismus die Möglichkeit, sich auf die unterschiedlichen Tagesaktivitäten einzustellen. Das betrifft vor allem auch die Fütterungszeiten. Diese sollte idealerweise immer zur ungefähr gleichen Tageszeit erfolgen.
Genauso sollte es vorgezogen werden, seinen vierbeinigen Liebling anstelle von einer großen Mahlzeit mindestens 2x täglich fressen zu lassen. So bleibt dem Tier genug Zeit, um sein Futter in Ruhe zu verdauen. Vor allem ältere Hunde oder Tiere mit einer Neigung zu Verdauungsstörungen profitieren hier besonders.
Direkt nach dem Fressen sollte der Hund Gelegenheit haben, sich auszuruhen. Toben, rennen, springen oder Marathonspaziergänge sind jetzt tabu. Der Hund braucht die Zeit für seine Verdauung. Der gefürchteten Magendrehung kann so entgegengewirkt werden. Bei der Magendrehung kann sich der Magen, der an zwei Bändern hängt, in gefülltem Zustand bei übermäßiger Bewegung und Anstrengung leicht drehen. Dadurch kommt es zur Abschnürung wichtiger Blutgefäße, die zum Tod führen kann, wenn diese nicht sofort vom Tierarzt behandelt wird.


ÜBER SELBSTERNANNTE TIERISCHE HAUBENKÖCHE
Der Trend zum Selberkochen ist präsenter denn je. Viele werden in ihren Eigenkreationen besonders kreativ und wollen ihren Liebling mit einem besonders schmackhaften Menü ihre Zuneigung zeigen. Recht so, sofern die Mahlzeit ausgewogen ist!
Es gibt allgemeingültige Bedarfszahlen, die wissenschaftlich ermittelt wurden und aus denen hervorgeht, was zur vollwertigen Ernährung unserer Fellnasen nötig ist. Um die Rationszusammenstellung adäquat zu halten, sind jedoch grundlegende Kenntnisse erforderlich.
Was für Futterhersteller eine Selbstverständlichkeit ist, kann sich für Laien jedoch als schwierig gestalten. Die Folge sind falsch oder gar nicht berechnete Rationsgestaltung oder sogenannte Rationszusammenstellungen "nach Gefühl", die oft nicht an besondere Ernährungszwecke (Alter, Aktivität, Krankheit, etc.) angepasst sind. Mangelernährung steht hier dann an der Tagesordnung. Um dies zu vermeiden, ist es ratsam, sich futtertechnisch beraten zu lassen oder sich bei einer Tierernährungsberatung Hilfe zu holen.

Liebe geht durch den Magen

Aber nun wieder zurück zum Thema: "Liebe geht durch den Magen".
Eines steht fest: Unsere Hunde wissen unsere Fürsorge zu schätzen und freuen sich über jede noch so gut gemeinte Mahlzeit. Umso schöner ist es, den Inhalt des Futternapfs unserer Hunde mit Liebe aber auch mit gutem Gewissen zu gestalten.

KULINARISCH, TIERISCHER FILMTIPP
Kennen Sie übrigens schon den entzückenden Disney-Film "Liebe geht durch den Magen"? Er erzählt von der Beziehung eines Mannes zu seinem Hund und wird mittels Essen illustriert, das der Hund von seinem Herrchen erhält. 2015 wurde der Film mit dem Oscar in der Kategorie "Bester animierter Kurzfilm" ausgezeichnet. Im englischen Originaltitel heißt der Comicstreifen übrigens "Feast".
Prädikat: Sehenswert!

In diesem Sinne wünschen wir Bon(e) Appetit!


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